Mit dem Gedanken, die Familiengeschichte zu erforschen, habe ich schon eine Weile gespielt. Aus Mangel an Zeit habe ich den Beginn meiner Ahnenforschung allerdings zunächst auf meine Rentnerzeit verschoben.
Zu Pfingsten 2000 hatte die Deutschlehrerin von Chris die glorreiche Idee, den Kindern als Hausaufgabe über das lange Wochenende mitzugeben: "Bringt doch alle euren Stammbaum mit!" Zunächst mußte ich Chris erklären, was denn ein Familien-Stammbaum ist. Und danach habe ich, in Zusammenarbeit mit Henry, seinen Eltern und meinen Eltern, den ersten Entwurf unseres Stammbaums aufgestellt. Mangels geeigneter Software habe ich den Stammbaum aus mehreren Fragmenten zu einem ganzen auf einen DIN A 3-Bogen zusammengeklebt. Dieser erste Stammbaum enthielt rund 70 Personen.
Ein Kollege hatte vor einiger Zeit eine brauchbare Software (Familienstammbaum 1.0) gefunden, die er mir auslieh. Diese Software gefiel mir so gut, daß ich spontan ein eigenes Exemplar kaufte, als ich es in einem Kaufhaus in Hamburg entdeckte.
Mit dieser Software machte es richtig Spaß, Personen und Daten zu sammeln und zu erfassen. Aus der Erinnerung tauchte immer wieder hier und da eine weitere Person auf. Hilfreich war hier auch mein Poesie-Album, das ich vom Dachboden hervorsuchte. Und immer wieder fiel in Gesprächen mit Verwandten die eine oder andere Bemerkung zu dieser oder jener Person. Der Stammbaum wuchs langsam aber stetig.
Hilfreich bei meinem Start in die Ahnenforschung waren das Buch Anleitung zur Ahnenforschung und die Entdeckung einiger interessanter Internet-Seiten (Der deutsche Genealogieserver) zu diesem Thema.
Auf Familienfeiern aller Art versuche ich, möglichst unauffällig die aufgeschnappten Informations-Schnipsel zu notieren, um sie nach der Feier in die Software einzupflegen.
Im Januar 2001 stolperte ich zufällig über eine neue Ausgabe meiner Stammbaum-Software (Familienstammbaum 7.5, leider in Deutschland nur noch über ebay erhältlich). Trotz des hohen Preises habe ich nach einigem Überlegen zugegriffen und es nicht bereut.
Einen bemerkenswerten Schub brachte ein Stapel Fotokopien von alten Urkunden, die ich von meinen Eltern zur Verfügung gestellt bekam. Ein größerer Fehler in meinem Stammbaum (eine übersehene Generation) konnte ich damit berichtigen. Und eine Reihe bereits vorhandener Personen konnte ich mit den Daten aus den Urkunden-Kopien ergänzen.
Zur Vervollständigung einiger Personendaten diente auch ein Interview, das ich mit entfernten Verwandten von Henry spontan anläßlich eines Kaffeeklatsches führte. Diese Verwandten waren angetan von meinem Hobby und gaben bereitwillig Auskunft.
Nach einer Verschnaufpause bin ich am 05.02.2002 der Genealogischen Gesellschaft Hamburg beigetreten. In der Vereins-Außenstelle im Bergedorfer Schloß erhalte ich dadurch Zugang zu vielen alten Büchern, Registern und anderen interessanten Unterlagen. Dazu gehört eine umfangreiche Karteikarten-Sammlung ("Fritz-Schuster-Kartei), mit deren Hilfe ich über die Seitenlinie Eggers meine direkten Vorfahren aus dem Sammelgebiet Heitmann herausfiltern konnte.
Dadurch erreichte mein Stammbaum bis zum 05.05.2003 einen Bestand von 396 Personen.
Auf der Suche nach einer praktikablen Lösung zur Umwandlung meines Stammbaums in ein Internet-taugliches Format bin ich auf PC-Ahnen (www.pcahnen.de) gestoßen. Hier ist es etwas schwieriger, die Übersicht zu behalten. Dafür liefert das Programm auf Knopfdruck ein Sippenbuch, das man fast original ins Internet stellen oder an andere Forscher weitergeben kann.
Im Sommer 2003 erhielt ich von einer befreundeten Ahnenforscherin einen Ordner. "Steffens Altengamme" stand auf dem Rücken. Es kam wie es kommen mußte: In diesem Ordner befinden sich die Knoten zwischen meinem und ihrem Stammbaum. Die Übertragung der Daten aus diesem Ordner in meinen Stammbaum ist inzwischen abgeschlossen.
Ende September 2003 habe ich die erste Online-Version meines Sippenbuchs mit 412 Personen im Internet veröffentlicht.
Im Dezember 2003 erhielt ich einen Anruf von einem weiteren Ahnenforscher. Er hatte auf meiner Homepage Personen gefunden, die er auch in seinem Stammbaum hat. In der Folge schickte er mir per eMail seinen Stammbaum im Gedcom-Format - Inhalt: 3.607 Personen. Nachdem ich einen Index erstellt hatte, um die zahlreicher werdenden Dateien miteinander vergleichen zu können, wurde ich auch hier fündig. Mehrere Personen befinden sich sowohl in meinem Sippenbuch als auch in dem oben beschriebenen Steffens-Ordner und ebenso in dieser Gedcom-Datei. Ich nenne diese Datei nach der ersten gefundenen Knoten-Person Barnstorf-Datei, obwohl der Absender einen anderen Namen trägt. Selbstverständlich habe ich mich revanchiert und mein Sippenbuch dem Absender zur Verfügung gestellt.
Mitte Januar 2004 bekam ich eine Mail aus Kopenhagen. Der Absender hatte auf meiner Homepage ein Pärchen gefunden, dessen Sohn sein Ur-Ur-Großvater ist. Von besagtem Sohn habe ich bis dahin nur Name und Geburtsdatum im Bergedorfer Schloß gefunden. Ausgehend von diesem Sohn war in der Mail ein halber Stammbaum enthalten, den ich gerne in mein Sippenbuch integriert habe. Auch hier habe ich mich mit den von mir gefundenen Daten revanchiert.
Im Oktober 2004 ging die zweite Auflage meines Sippenbuchs mit 769 Personen online.
Am 21.01.2005 habe ich mich entschlossen, die nicht mehr ganz passende Bezeichnung "Stammbaum" durch "Sippenbuch" zu ersetzen.
Seit dem 16.02.2005 steht mein Sippenbuch zunächst als Zip-Datei zum Download zur Verfügung.
Am 23.12.2005 habe ich endlich die dritte Auflage meines Sippenbuches online gestellt - es enthält jetzt 1.615 Personen in 621 Familien. Außerdem steht mein Sippenbuch jetzt auch im Gedcom-Format zum Download zur Verfügung.
Im Frühjahr 2007 habe ich zwei tolle Erfolge zu feiern: Zum Einen hat sich ein Vetter aus Hamburg-Kirchwerder gemeldet, der viele Personen mit dem Namen "Heitmann" interviewt hat und damit einen wertvollen Beitrag zu unserem Sippenbuch leistet.
Zum Anderen habe ich eine Anfrage aus Ulm erhalten. Die Familie Pusback ist schon recht gut erforscht. Leider fehlt noch die Anbindung einer Linie in Bardowick. Diese Anbindung habe ich nicht gefunden, dafür konnte ich mit Hilfe zweier Verwandter in Börnsen und Escheburg meine schon vorhandenen Pusbacks an das Ulmer Familienbuch anknüpfen.
Das 3. Hamburger Genealogen Treffen am 21.04.2007 habe ich zum Anlaß genommen, mein Sippenbuch in der vierten Auflage online zu stellen (das wurde aber auch Zeit!). Die vierte Auflage enthält 2.394 Personen in 946 Familien. Kaum fertig gestellt, gibt es auch schon die ersten Ergänzungen, weil ich auf diesem Genealogen-Treffen einen weiteren Hobby-Forscher getroffen habe, der zu meinem Sippenbuch passende Personen in seinem Sippenbuch gefunden hat.
Das Jahr 2008 hat einige aufregende Forschungsergebnisse gebracht. Im Juli 2008 habe ich die Eltern eines meiner direkten Vorfahren gefunden - diese hatte ich schon in der Datenbank als direkte Vorfahren meines Ehemannes = mein erster Datenschwund in der eigenen Ahnenliste! Gemeinsam haben schon bekannte Cousinen und Vettern und ich weitere Cousinen und Vettern gefunden. Ich bin endlich auf die Idee gekommen, von meinen Stammvätern mal die Nachkommen in Stammtafeln auszudrucken - das gab einige Überraschungen auf meiner Seite und auch bei den Cousinen und Vettern, weil in diesen Stammtafeln erkennbar wird, wer mit wem verwandt ist und vor allem wie nah einige Personen zusammen gehören!
Januar 2009: die fünfte Online-Auflage meines Sippenbuches mit 3.858 Personen in 1.504 Familien ist fertig! 733 Personen in 247 Familien fallen leider dem Datenschutz zum Opfer und werden daher nicht veröffentlicht.
Im Laufe des Jahres 2009 haben sich dann die Ereignisse überstürzt. Mehrere Vettern nahmen per eMail bzw. Telefon Kontakt mit mir auf, weil sie die eine oder andere Person in meinem Sippenbuch gefunden haben, die auch in deren Stammbaum auftaucht. Zwei Cousinen meines Mannes konnte ich ermuntern, im Bereich lebender Verwandter zu helfen.
So aufregend wie das Jahr 2009 verlief, begann das Jahr 2010. Über einen Vetter habe ich inzwischen einen Kumpel meines Mannes angeknüpft, mit dem wir bisher keine Verwandtschaft erahnen konnten. Und drei weitere Cousinen (diesmal meine eigenen!) haben die Kontaktaufnahme mit weiterem Datenaustauch belohnt. Auch Aufregung anderer Art gab es: Das schwere Erdbeben in Chile mit unzähligen Nachbeben ist nicht nur Erd- sondern auch Vettern-Geschichte.
Zur Statistik: am 05.04.2010 zähle ich 30 Vettern/Vetterinnen, von denen 19 Ahnenforschung betreiben bzw. 18 mit Henry oder mir oder uns beiden gemeinsame Vorfahren besitzen.
Autor: Anke Frehse
Mail: anke.frehse (at) freenet.de
Impressum
http://familie-frehse.de/genealogiehistorie.html
Zuletzt geändert am 05.04.2010